8. Etappe - 15.9.: Frohndorf - Manebach (79,3 km)

auch die heutige Etappe ist geschafft. Elke liegt mit Platz 4 der Tageswertung jetzt auf Platz 7 in der Gesamtwertung, aber Platzierung ist ihr eigentlich wurscht, meint sie. Drei Läufer mussten heute verletzungsbedingt aussteigen, aber net onser Elke, die beißt sich durch, auch wenn's schon wieder hier und dortens zwickt und zwackt (frei nach W. Busch). Und jetzt kopiere ich doch mal ausnahmsweise noch einen Tagesbericht direkt von der DL-Seite, damit Ihr ihn nicht suchen müsst. Gibt doch einen ganz guten Einblick ins Tagesgeschehen und in die Organisation ... *beachtlich*
von Ingo
Schulze
Im 04:00 Uhr trat ich hinaus ins Freie. Na gut, es war dicht bewölkt, aber
vor dem ekelhaften kalten Wind, wie er gestern, bleiben wir wohl heute
verschont. Wird sich der Wetterbericht bestätigen? Es sollte heute regnen und
ich habe die Mannschaft auch darauf vorbereitet. Es gab anfangs hier und dort
einige Tropfen. Ab Mittag hatten wir dauerhaften Nieselregen. Gesamturteil:
typisches Hamburger Schmuddelwetter!
Die ersten zwei km führten durch den Ort. Bei km 1,2 musste eine vielbefahrene
Bundesstraße überquert werden. Mein Auto mit der Rundumleuchte wurde
entsprechend in Position gebracht. Die Leute wurden von mir über die Straße
gewunken ohne das ich in den Verkehrfluss eingriff. Das kann nämlich bösen Ärger
geben! Vor den Start bat ich darum, dass die Warnweste getragen wird. Diese
wurde bei der Ausgabe der Startunterlagen mit ausgegeben. Leider wird gerade von
den dunkelgekleideten nicht getragen. Es dient doch aber zur eigenen Sicherheit
und nicht um Ingo glücklich zu machen! Jeder bekam von mir auch einen
Regenumhang. Ein richtiger Läufer wird aber lieber so richtig nass! Als Läufer
stört es mich immer wieder, wenn ein Läufer beim Start und Ziel raucht. Es
sieht merkwürdig aus und passt irgendwie nicht in das Bild eines Läufers. Wenn
aber jemand auf die Fluppe nicht verzichten mag, dann kann ich auch nichts
machen. Aber es sieht schon seltsam aus ......!
Man merkt, dass das Wochenende vorbei ist. Gestern gehörte uns die Straße
beinahe allein und heute müssen wir aufpassen das wir nicht in die Büsche hüpfen
müssen. Die Polizei war heute erst am Nachmittag präsent. Ab Heyda unterstützte
sie den DL. Es passt heute auch wieder sehr gut, denn in Unterpörlitz ist eine
Baustelle und es ist mir immer ganz recht, wenn ich Unterstützung gerade an
solchen Punkten habe. Dass das Wochenende vorbei ist merke ich auch an den
Anrufen. Gestern wollte kaum jemand etwas, aber heute? Telefonzentrale DL2008!
Schade, Jan Bergmann ist raus. Er drehte schon wenige 100 Meter nach dem Start
um und gab seine Startnummer ab. Anschließend ließ er sich gleich zum Bahnhof
fahren, um die Heimreise anzutreten. Er hatte schon nach der ersten Etappe
Probleme mit einer alten Geschichte. Ich hoffte für ihn, dass sich die
Beschwerden geben. Nun wird noch gemeldet, dass Jürgen Wetzel beim VP 6
rausgegangen ist. Das ist für mich eine Überraschung und ich hatte keine
Ahnung, dass seine Achillessehnenprobleme so arg sind. Peter John Hunold ist im
wahrsten Sinne die Luft ausgegangen. Seine Luftmatratze hat einen „platten!“
Zum Glück habe ich aber eine Ersatzmatte die ich ihm geben konnte. Das kostet
natürlich mindestens eine Flasche Bier. Bier – auch so ein Thema. Sportler
trinken Bier? Klar, warum nicht? Viele trinken, wegen des Alkoholgehaltes
alkoholfreies Bier, aber das soll jeder halten wie der Dachdecker. Ein Fläschchen
hat noch niemanden geschadet und es gibt sogar Stimmen, die sagen: Eine Flasche
Bier nach einem Lauf ist besser als eine Flasche Milch. „Sach ick doch, eene
Buddel Brüllstoff tut doch jut, wa?“
Ich habe heute mal Inventur gemacht. Zur Zeit habe ich 45 Läufer und Betreuer
und 12 Fahrzeuge vor Ort. Für den nächsten DL, der 2010 stattfinden wird, wäre
mein Ziel 30 bis 35 Teilnehmer. Das reicht und verursacht nicht soviel Unruhe
und Stress! Außerdem freut sich der LKW Fahrer und Zeitnehmer, der das Gepäck
kutschiert. Gemäß Teilnahmebedingung sind 25 kg Gepäck erlaubt. Geht man von
runde 50 Personen aus, so kommen da leicht und locker 1200 kg zusammen. Die müssen
jeden Tag ein- und ausgeladen werden. Wir haben aber ja genug männliche Helfer
mit kräftigen Popey Oberarmen und da ist es kein Problem. Kunibert (Kuni)
Schmitz fährt, wenn sein LKW verladen ist, direkt ins Etappenziel und setzt
sich dort mit dem Hallenwart in Verbindung. Nachdem die Halle geöffnet ist,
manchmal ist noch Schulsport etc., wird das Gepäck ausgeladen und das
Zielbanner aufgestellt. Dann wird die „Computermaschine“ angeschmissen. Der
Wetterbericht rausgelassen. Emails für die Teilnehmer und Betreuer werden vom
Teilnehmerlaptop abgerufen. Dann muss so noch einiges in der Technik gerichtet
werden und dann können die Läufer kommen – Kuni ist bereit!
Jörg Gerlach geht es heute sehr schlecht und er ist weit hinter Sigrid Eichner.
Er kann es leider nicht schaffen und ich muss ihn daher aus dem Rennen nehmen.
Das ist für mich eine der undankbarsten Aufgaben. So gesehen haben wir bisher
einen Ausfall von 21,4%. Robert Wimmer lief mit Takasumi Senoo gemeinsam ins
Ziel. Ihnen folgte kurz darauf Jürgen Baumann und dahinter Elke Streicher und
dann Norbert Fasel. Hans-Jürgen Schlotter und Werner Selch kamen zusammen ins
Ziel. Auch die ersten Betreuer betreten die Halle und jeder sucht sich einen
Heizkörper an dem er sich aufwärmen kann. Kurz gesagt: Es ist ein Scheißwetter
heute und es wird heute seine Opfer fordern. Die örtliche Feuerwehr hat, wie
jedes Jahr, ein Lagerfeuer vorbereitet. Wenn schönes Wetter ist, dann ist es
sehr gemütlich und man trinkt, seinen Kaffee, Tee, Saft oder auch Bierchen am
warmen Lagerfeuer. Beim heutigen Schietwetter wäre es aber mehr als ungemütlich.
Ich konnte mich nur für die vorbereitete Mühe bedanken. Schade, ich freue mich
jedes Mal darauf.
Es ist jetzt 17:30 Uhr und mehr als die hälfe ist jetzt im Ziel. Ich mache
meinen Kasten aus und übergebe meinen Bericht an Kuni.
Es grüßt euch
Ingo mit den kalten Fingern

Stuttgarter Zeitung / LKZ vom 15.9. - danke Stefan ;-)